Calmont Klettersteig (Bremm) und Apolloweg (Valwig)

Muskelkater pur

Calmont Klettersteig
Bremm, Mosel (D)
(Ndl versie)♣

Tocht: 6,5 km (748 Hm) laut outdooractive
Datum: 11 April 2013
Wetter: trocken, wechselhaft, windig, 14°C
Wanderzeit: 13.50-16.30
Panorama: grandios
Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwer

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Ausflug an die Mosel, hatten wir vorher gesagt, egal wie das Wetter wird. Nach einer dreistündigen Fahrt geht ’s steil runter durch das Enderttal nach Cochem. Wir parken direkt im Zentrum (2€ für 2 Stunden) und essen uns eine Kleinigkeit am Rathaus. Die Sonne scheint hin und wieder und der Regen von heute Vormittag scheint abzuziehen. Da lassen wir gerne die Damen mit Portemonnaie in Cochem zurück für einen Stadtbummel und fahren selber nach Bremm, wo wir das Auto unterhalb der Kirche parken.

Wanderstiefel an und los geht’s. Den Track hatte ich mir von Outdooractive aufs Navi geladen, aber der Einstieg zum Klettersteig ist gut beschildert. Da ich irgendwo gelesen hatte, man ginge besser van Bremm nach Eller als von Eller nach Bremm, hatte ich in Basecamp den Track umgedreht, sodass wir direkt auf den Klettersteig kamen. Der Pfad läuft ganz eng (Trittsicherheit) an dem steilen Weinberg (schwindelfrei) entlang; man bewundert ganz von selbst die Winzer, die hier an diesen Steilhängen ihre mühevolle Arbeit machen; so ein Riesling-Hochgewächs wird nie mehr dasselbe schmecken. Es geht rauf und runter, an Europas steilstem Weinberg, dem CalmontHinter jeder Wegebiegung bieten sich fantastische Panoramablicke in das Moseltal sowie den gegenüberliegenden Petersberg und die Klosterruine Stuben. Uns war ganz schön warm inzwischen und man kann sich vorstellen, wie man hier bei anderer Witterung gebraten wird.

Weil es eben ein Klettersteig ist, gilt es auch zu klettern: drahtseilgesicherte Abschnitte, Tritthilfen und mehrere Zinkleitern helfen dem Wanderer zum Ziel. Zwischendurch genügend Ruhebänke, damit man den Blick auf das Moseltal genießen kann. Wo der Klettersteig aufhört und der Pfad runter nach Eller führt, biegen wir links hoch ab; eine geradezu alpine Strecke führt steil hoch zur Eller Todesangst (Fahne) und immer weiter hoch den Klettersteig Eller entlang. Es erscheinen immer mehr blaue enzianähnliche Blümchen, die wir von zu Hause nicht kennen. Ich merke auch, dass mir Kondition fehlt; der Klettersteig war nichts im Vergleich mit dieser Steigung. Bis zu meiner diesjährigen Alpentour wird noch kräftig was getan werden müssen!

Aber irgendwann ist man dann doch oben und der breite Waldweg (etwas weiter Moselhöhenweg) führt über den Grat in Richtung Bremm zurück. Hier oben wird es nun doch kalt durch den Wind; wir holen die Fleece-Jacke aus dem Rucksack. Unterwegs gibt es ein rekonstruiertes römisches Heiligtum, das so aussieht wie eine Pagode. Der leicht zu gehende Weg führt auch zum Aussichtspunkt Vierseenblick; wir haben wie verrückt die 4 Seen gesucht, bis ich später gelesen habe, dass es sich um die 4 sichtbaren Moselabschnitte handelt 🙂 Übrigens war ich ab Klettersteig froh, mich auf das Navi verlassen zu können. Wir waren ja ohne Karte oder Wanderbeschreibung unterwegs. Am Bremmer Gipfelkreuz stand ein einsamer stummer Wanderer und staunte mit uns über den herrlichen Ausblick; kein Gruß, nichts. Vorhin auf dem Klettersteig waren uns lauter flämische Wandergrüppchen begegnet, die fröhlich grüßten und Auskunft gaben oder kriegen wollten.

Am Kreuz (Startpunkt für Drachenflieger) zeigt das Navi steil runter; irgendwann landen wir wieder zwischen den Trauben und halten uns links. Einige Etagen tiefer erreichen wir wieder den Klettersteig, wo wir diesmal rechts abbiegen in Richtung Bremm. Bald sehen wir auch schon die schlanke Kirche und durchqueren das hübsche Örtchen, auf der Suche nach einem schönen…. Bier. Verfasser dieses Artikels war mittlerweile nämlich ganz schön unterhopft! Allerdings erinnerte uns auf einmal das schlechte Gewissen daran, dass wir nicht alleine hier waren und so ging es wieder in Richtung Cochem.

Mein schlecht eingestelltes Autonavi versuchte mich jeden Bergweg hochzuführen, aber letztendlich erreichten wir unsere Damen, die grinsend mit Einkaufstaschen auf uns warteten…. hmm. So ging es dann nach Ernst a/d Mosel, wo wir eine Nacht gebucht hatten im empfehlenswerten Gasthof Zur Winzergenossenschaft: leckeres Essen, freundliche Bedienung, geräumige Zimmer, mit Blick auf die Mosel (und den Breva-Klettersteig) und direkt am historischen Ortskern von Ernst.

Ernst

Hier geht’s zu meinem Track (Outdooractive umgedreht; wie man sieht, zeigt das Navi mehr Kilometer: 6,5 km und weniger Höhenmesser als die Outdooractive-Daten) Kann ich auch nicht erklären. Der Vorteil von meinem Track ist wohl, dass es am Ende runtergeht und dass man auf dem Klettersteig noch frisch ist. Noch ein Detail: Wanderstöcke stören auf dem Klettersteig, man soll die Hände (evt. mit Handschuh) frei haben; G. hat sich an einem Stahlkabel den Finger durchlöchert…

Pano_Mosel

Es geht weiter mit dem …

Apolloweg Valwig Mosel (D)

Datum: 12 April 2013
Wetter: wechselhaft, Regenschauer, 12°C
Wanderzeit: vom Frühstück bis zum Mittagessen

Panorama: grandios
Schwierigkeitsgrad: leicht

Blick vorm Hotel

Arbeit am Weinberg

Nach einem ausgiebigen Frühstück Zur Winzergenossenschaft in Ernst fuhren wir über die Moselbrücke auf die andere Seite nach Valwig. Parkplätze genug an der Bushaltestelle und so gingen wir hoch zur Kirche und bogen rechts ab auf eine kleine Asfaltstraße, die gerade für Autoverkehr gesperrt war und sich in Serpentinen hochschlängelt. Vom Apolloweg hatte ich weder Track, noch genaue Beschreibung; wo in einer Kurve das Schild deutlich nach rechts zeigt (gleichzeitig Breva-Weg), verließen wir uns auf die Anweisungen unseres Wirtes und verpassten so den richtigen Weg. Wir blieben auf der kleinen Kreisstraße bis fast oben, wo ein Hinweisschild uns auf den Apolloweg führte.

Inzwischen gab es wunderschöne Ausblicke auf das Moseltal und Sonne und Regenschauer wechselten sich ab. An einer Infotafel sah ich, wo wir uns verlaufen hatten und wie wir den Apolloweg um die Hälfte abgekürzt hatten. Der Weg selbst war so schön, dass es mir irgendwie doch leid tat, ihn nicht ganz gegangen zu sein… An einer Kurve mit Buchsbäumen und Sturzbach tummelten sich jede Menge Singvögel, die wir zu identifizieren versuchten.

An der höchsten Stelle regnete es wieder und der schmale Pfad schlängelte sich durch den Wald steil den Berg hinunter, bis auf einen breiteren Weg an den Weinreben. Die Schauer und die fortgeschrittene Zeit ließen uns den Apolloweg nach Valwig wählen; man kann hier auch rechtsab und weiter am Berg bis Cochem wandern. Kurz vor Valwig, auf einem schmalen Pfad zwischen den Weinreben kam die Sonne wieder raus. Im Ort selbst rasselten die Weinflaschen, die gerade gefüllt wurden und wir schauten uns nach einem Speiselokal um.

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Auf der Uferstraße etwas gen Norden bemerkten wir Fischer Fritz. Hört sich zwar an wie eine Imbissbude, aber es handelt sich um ein recht nobles Fischrestaurant. Es wurde Lachs gewählt und Bouillabaise und Zander/Lachsfilet in Saffranschaumsoße; dazu ein herrlicher trochener Rieslingwein und alle waren zufrieden. Anschließend fuhren wir noch nach Cochem, wo wir u.a. uns mit Brot für zu Hause versorgten und einen sehr gut sortierten Outdourladen mit hervorragender Beratung besuchten.

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Dann traten wir die dreistündige Heimfahrt an, wobei zu bemerken ist, dass dreispurige deutsche Autobahnen für mich doch gewöhnungsbedürftig sind, bzw. nicht die Autobahnen selbst, sondern der Fahrstil der Porsche-, Mercedes-, BMW-, Audi-, Jaguar-, Ferraribesitzer… Auf Kleinwagen wird da keine Rücksicht genommen, die werden regelrecht von der Straße geblasen und höchstens zwischen LKWs und Wohnmobilen geduldet. Bei Aachen gab es noch ein schlimmes Unwetter, bei Heerlen Stau, aber irgendwann waren wir wieder sicher zu Hause, mit vielen schönen Erinnerungen an unseren Kurzurlaub an der Mosel. Wir kommen wieder 🙂

PICASA-FOTOALBUM

Unser korrigierter Track auf dem Apolloweg

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8 Reacties op “Calmont Klettersteig (Bremm) und Apolloweg (Valwig)

  1. Hallo Guido,
    das sieht ja mal richtig gut aus!!!
    Ich denke, den Weg werde ich mir in diesem Sommer einmal gönnen. 🙂
    Und wer will nicht gerne über einen Streckenabschnitt wandern der “Todesangst” heißt! 🙂
    Schöner Bericht – besten Dank.

    Gruss

    Michael

  2. Hallo Guido
    das sind ja tolle Bilder – und sieht ganz schön anstrengend aus.
    Tolle Runde vielleicht komme ich ja auch mal auf den Geschmack !
    Vielen Dank für den schönen Bericht und die Eindrücke 🙂

  3. Guido, falls Du den Calmont noch mal gehen solltest, empfehle ich, auf dem Klettersteig NICHT links hoch zur “Todesangst” abzubiegen, sondern weiter Richtung Eller zu gehen. Der Klettersteig geht nämlich noch weiter! 🙂 Er endet erst an der Galgenlay-Hütte oberhalb des Ellerer Bahnhofs. Von dort aus dann den Aufstieg zum Calmont-Gipfel (Schutzhütte) nehmen. Denn dieser Aufstieg über den Felsgrat ist atemberaubend schön mit immer wieder unglaublichen Perspektiven! Zu klettern gibt’s zwar in diesem Bereich nichts, aber schweißtreibend ist es schon. Auf halber Höhe kommt dann der Weg von der “Todesangst”, den Du gekommen bist. Aber der Calmont ist ja so schön, daß man da immer wieder gerne hinfährt.

  4. Lieber Guido
    ich neide dir deine Tour ein wenig 🙂
    Herrlich, einfach nur schön. Prima auch, dass die Damen so gut beschäftigt waren, dass sie euch wohl kaum vermisst haben, hi hi

    Morgen darf eich auch wieder wandern, aber ob es so schön wird wie deine Tour? Na mal sehen.
    Ganz liebe Grüße
    Elke

    • Danke Elke; wir mussten ja auch einiges investieren (Übernachtung und Verpflegung, Spritgeld, Durst) – und da unsere Bleibe vorher fest lag, habe ich für uns Männer den Calmont geplant und für alle zusammen den Apolloweg. Bei letzterem ist dann einiges schief gegangen: das Wetter (Schauer) und durch Unachtsamkeit die halbe Strecke verfehlt. War aber trotzdem auch schön und empfehlenswert.

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