GR 15 Etappe 1: Monschau – Eupen

Datum: 10 mei 2014
Traject: Monschau – Eupen (22 km)
Topogids GR 15 Tronçon Nord: Monschau – Martelange
Wandeltijd: 11.00 – 16.50
Weer: regen, zwaarbewolkt, 10°C
Stilte: 5/5

Afb 00028

Allgemeines Venn

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Arbeit. Dementsprechend fahre ich an einem verregneten Samstagmorgen die weite Strecke nach Eupen. Mit Hilfe von googlemaps hatte ich vorher Bushaltestelle und Parkplatz in der Unterstadt ausgemacht und so wartete ich mehr als eine halbe Stunde zu früh auf Busline 385 (nur am Wochenende; erster Bus um 10:08, der nächste erst 2 Stunden später). Nach einer halben Stunde auf einer teilweise sehr schlechten Straße fährt der Bus erst durch Mützenich (D) und danach nach Monschau rein (Haltestelle Parkhaus). Von hier sind es nur wenige Minuten bis in die Ortsmitte.

Sagte ich schon, dass es ab Eupen nicht mehr regnete? Es ist sogar recht freundlich, als ich die ersten knipsenden Japaner treffe. Monschau ist ja auch ein Bilderbuchörtchen mit lauter malerischen Ecken. Am Roten Haus überquere ich die Rurbrücke zum Marktplatz In einer Bäckerei nehme ich erstmal ein zweites Frühstück zu mir. Kaffee und Käsebrötchen mit Gemüse für 3 Euro, da kann man nicht jammern.

Das erste weiß-rote GR-Zeichen ist direkt vor der Tür. So gegen elf gehe ich ein Stück zurück und erblicke das zweite Zeichen (mein Garmin hat erstmal gar keinen Empfang). Es geht steil eine Treppe hoch Richtung Burganlage und JH. Ein ruhiger Weg führt aus Monschau raus, am Hallenbad vorbei ins Grüne. Ich stelle mein GPS aus und schalte es wieder an, und siehe da, es funktioniert. Die Beschilderung ist aber auch hervorragend und ein wenig Sonne begleitet mich am Kleinlaufenbach den Berg hoch in Richtung Mützenich. Meine Hoffnung war, trocken den Steling zu erreichen (660 m); es fängt aber im hübschen Ort Mützenich (siehe andere Wanderberichte von mir) schon an zu tröpfeln. Oben am Waldrand geht der Regen denn richtig los. Die Bäume schützen aber vorerst noch. Schützenlöcher am Waldrand erinnern an den zweiten Weltkrieg, als die Amerikaner von hier aus zum ersten Mal deutschen Boden erblickten. Heute wird der Grenzpfad zwischen Deutschland und Belgien von friedlichen Einheimischen und Eifelsteigwanderern genutzt.

In der Schutzhütte an ‘Kaiser Karls Bettstatt‘ (einem Quarzitfelsen mit Legende) ziehe ich Regenjacke und Gamaschen an, trinke den ersten Kaffee und verschlinge schnell eine Banane. Um halb eins geht’s weiter, erst durch dichten Wald. Der Eifelsteig biegt links ab, die GR-Zeichen führen mich nach rechts in Richtung Grenze und dann ins offene Venn. Nun haben Wind und Regen freies Spiel. Am Waldrand geht es zwischen Brackvenn, Nahtsief und Allgemeinen Venn immer westlicher, meistens schnurgerade, zunächst auf breitem Grasweg, nach ein paar Kilometern auf einem geteerten Radweg. Der Blick aufs Venn ist immer wieder faszinierend. Mir gefällt die absolute Einsamkeit, wenn ich auch eine geführte Wandergruppe treffe, die im strömenden Regen eine Picknickpause einlegt. Sonst zweimal ein Pärchen. Die Venntiere halten sich irgendwo versteckt.

An einer abenteuerlichen Brücke verlasse ich (erleichtert) den Radweg, überquere den wildromantischen Getzbach und laufe weiter am Rande des Venns auf einem Grasweg, meinen Weg suchend durch die Pfützen. Hier oben fängt der Frühling erst gerade an mit ein paar zaghaften Blümchen und einigen blühenden Ginstersträuchern. Der Waldrand rückt näher und ich erhoffe mir dort Schutz vor dem Wind und vor der Kälte. Meine ‘wasserdichte’ Regenjacke ist eindeutig nicht wasserdicht und mein ‘schnelltrocknendes Funktionshemd’ (Marke Decathlon) klebt mir klitschnass am Körper. Auf Regenschirm hatte ich verzichtet (wäre auch nichts bei dem Wind) und von meiner durchnässten Kappe läuft mir das Wasser in den Nacken.

Es ist tatsächlich wärmer zwischen den Bäumen und der Weg führt steil hinab zum Getzbach. Rechts von dem dunkelbraunen Moorwasser laufe ich nun auf einem breiten Forstweg immer weiter nach Westen. Eine Brücke führt links zu Haus Ternell (1 km südlich; hier kann man lecker essen und sich über das Venn informieren; viele Wanderwege gehen hier los und auch die Vennkarte gibt es hier zu kaufen; ich habe meine selbstverständlich zu Hause vergessen). Für mich geht es aber immer weiter runter. Ein Warnschild (Gefährlicher Wanderweg) erinnert an eine Aachener Rentnerin, die vor nicht allzu langer Zeit auf dieser Wegstrecke verunglückt ist. Der Pfad wird auch immer schmaler und felsiger, mit glatten Baumwurzeln und teilweise hoch über dem wild schäumenden Getzbach. An der schwierigsten Stelle wurde ein nagelneues Geländer angebracht (vermutlich ist es dort passiert). Für meine Begriffe ist der Weg absolut zugänglich; ich würde ihn auch mit Kindern gehen.

Kurz vor der Wesertalsperre mündet der Getzbach in ein Sammelbecken, das man links überquert. Ein kurzer steiler Weg bringt einen wieder auf den geteerten Radweg und ich leiste mir endlich eine längere Pause in einer Schutzhütte. Während ich esse und Kaffee trinke, hört der Regen endlich auf und lässt sich hin und wieder die Sonne blicken. Es ist halb drei. Sobald ich mich auf dem Asfaltsträßchen in Bewegung setze, spüre ich wieder den gefürchteten Schmerz im Hüftgelenk. Mit den Wanderstöcken versuche ich die eine Seite ein wenig zu entlasten, aber trotzdem tut jeder Schritt jetzt weh.

Zum Glück ist der Staudamm nun nicht mehr weit und ich rechne damit, dass die Gaststätte an der Talsperre geöffnet hat. Humpelnd klettere ich die Treppen hoch zur Aussichtsplatform und öffne erleichtert die Tür der Gaststätte. Erstmal die nassen Klamotten über einen Stuhl gehängt (die sind hier Wanderer gewohnt) und dann ein deutsches Weizenbier hineingekippt (4€). Der netten Bedienung macht es nichts aus, mir auch noch ein zweites zu bringen. Ich leiste mir eine lange Pause hier, genieße  anschließend noch kurz die Aussicht auf die Wesertalsperre und gehe dann steil den bewaldeten Hang rechts neben der Staumauer hinunter.

Der Hüfte hat die Pause gut getan. Auf halber Höhe geht es nun durch das Wesertal auf einem matschigen Waldweg in Richtung Eupen. Im Grunde geht es ab der Grenze immer bergab. Der GR 563 zweigt nach Norden ab (siehe Wanderberichte GR 563) und links erinnert ein altes Fabriksgelände an die reiche industrielle Vergangenheit von Eupen. Kinderstimmen kündigen die Unterstadt an und ich überquere die breite Umgehungsstraße, treffe hier auf den GR 573, um dann durch das steile Maasgässchen die Unterstadt zu erreichen. Vor der neogotischen Kirche gehe ich nach links und erreiche nach wenigen Schritten den Parkplatz. Während ich mir vor der Heimfahrt in der urigen Kneipe an der Weserbrücke gegenüber noch einen Kaffee leiste, ist draußen die Hölle los und schüttet es wie aus Eimern. Das bleibt auch so bis ich zu Hause bin: sintflutartiger Regen auf der Autobahn. Glück gehabt 😉

Fazit: die erste Etappe des GR 15 ist ein Volltreffer und das bei jedem Wetter. Ich kannte die Gegend schon länger, aber den Wunsch, um einmal von Monschau nach Eupen oder andersrum zu gehen, wollte ich mir unbedingt erfüllen. Übrigens ist die Busfahrkarte preiswerter als meine 2 Weizen 😉 Vielleicht reift nun der Plan, irgendwann die zweite Etappe von Eupen nach Spa zu wandern. Allerdings habe ich gelernt, dass ich mich zwingen muss, unterwegs regelmäßig eine Pause einzulegen. Was bei diesem Wetter aber auch nicht selbstverständlich war, wegen Mangel an Schutzhütten auf der Strecke.
Übrigens: GR 15 ist eine Fernwanderstrecke von Monschau nach Martelange (Nordtrasse). Er streift die Rur, den Getzbach, die Amblève, Ourthe und Sûre.

Fotos und Track 

Advertenties

9 Reacties op “GR 15 Etappe 1: Monschau – Eupen

  1. Pingback: GR 15 Etappe 2: Eupen – Polleur | guidowke's wandelblog

  2. Helaas is mijn Duits beperkt maar ik zal wel via de foto’s meegenieten van deze wandeling.

    • Ik heb de foto’s dan maar al online gezet 😉 Heb momenteel gewoon geen tijd om aan mijn blog te werken. Veel kijkplezier

      • Het verslag wel gelezen en hoewel ik niet alles verstond, kon ik wel volgen. Blijkbaar is mijn uurtje Duits ooit in het middelbaar toch nog nuttig geweest. En bedankt om de foto’s online te zetten. Ik ga er nu meteen naar kijken.

  3. Blij te lezen dat je die verwittiging ‘Gevaarlijk pad’ langs de Getzbach ook erg overdreven vond. Zelf vonden we dat ook helemaal niet toen we daar een tijd geleden langskwamen.

    • En blij toe dat je de moeite wou doen om mijn verslag in het Duits te lezen. Op welke wandeling zijn jullie daar gepasseerd?

      • Dat was een lokale luswandeling een paar maanden geleden. We vertrokken in Eupen en volgden de Helle (stukje GR 573) en de Ternellbach tot het natuurcentrum Ternell. Dan naar de Getzbach en zo terug naar Eupen. Erg mooi parcours.

  4. Guido,
    Ik las je verslag weer met veel interesse en empathie. Twee zijdelingse info’s :
    1- De steile noordflank van de Getzbachvallei, waar het nogal spectaculaire traject stroomafwaarts van Ternell zijn verloop heeft, maakte in 1993 deel uit van de oriëntatiekaart waarop de COHE’ers hun ISF-wedstrijd liepen. Er was toen nogal wat commotie omdat het “te gevaarlijk” was.
    2- Voor het geval dat je heupprobleem zou te maken hebben met sleet op het kraakbeen, verwijs ik graag naar de website van Orthopedie Herentals, glucosaminesupplementen. Ikzelf kan met glucosamine (van ’t Kruidvat) toch al enkele jaren een knieprothese uitstellen. Kijk maar eens. Ik geef graag meer info.

    Nog veel wandelgenot !

    Bert

    • Bert, eerst en vooral bedankt dat je mijn Duitse tekst hebt willen lezen. Af en toe, en zeker als mijn Duitse FB-wandelbloggers er iets aan hebben, mag ik in het Duits schrijven. Zelf hebben ze bijzonder veel moeite met Ndl tekst. Zo is dat met die grote taalgemeenschappen. – Je tip i.v.m. heupprobleem heeft mijn grootste interesse en ga ik zeker ter harte nemen. Je hoort nog van me.

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