Rundtour: Hahnenklee – Wildemann – Iberg

Datum: wo 17 mei 2017
Traject: Hahnenklee-Bockswiese-Spiegeltal-Wildemann-Iberg-Wildemann-Grumbachtal-Hahnenklee, 29 km — ↑ 762m ↓ 776m (Basecamp)
Topogids: Harz, Rother Wanderführer 2013 Tour 36+35 / Rad- & Wanderkarte Nordwestharz 1:25000
Wandeltijd: 8.30 – 16.30
Weer: zonnig tot bewolkt, 25°C
Stilte: 5/5

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Zur Georgenhöhe bei Wildemann (wordt vervolgd)

German Version

Also vorweg diese Gesundheitsinformation: seit einigen Wochen habe ich zunehmend Schulterschmerzen. Bei dem Wanderbloggertreffen in Arcen war es noch auszuhalten, aber es wurde immer schlimmer. Radfahren geht gar nicht mehr, Autofahren nur mit Schmerzmitteln, eine Schlafposition finden, ist eine Aufgabe und nachts werde ich öfter vom Schmerz geweckt. Dennoch, die Schmerzmittel zeigen immerhin noch Wirkung und so will ich mir eine lange Wanderung während unseres Kurzurlaubes im Harz nicht nehmen lassen. Inspiriert haben mich die Wanderungen 35 und 36 aus dem Rother Wanderführer, die ich zu einer großen Acht zusammenkleben will. Laut Wanderbuch kämen so 24 km zusammen.

Bocksberg Hahnenklee

Das Wetter soll heute schön sein und so verlassen ich nach dem Frühstück unsere Ferienwohnung im alten Postgebäude von Hahnenklee und gehe die Hauptstraße entlang zur wunderschönen Stabkirche. Diese besuchte ich vorgestern; außerdem hat sie so früh noch nicht geöffnet.

Grumbacher Teiche Bockswiese

Wildspuren

Der Weg führt durch den Wald nach Bockswiese und quert die L516. Bis jetzt habe ich schon festgestellt, dass die Beschilderung ‘gewöhnungsbedürftig’ ist. Die Textbeschreibung ist äußerst bündig und der rote Kreis ist nicht überall zu sehen. Dennoch hilft die kleine Karte und so erreiche ich den Bergkamm auf 591 m. Unterwegs frische Wühlspuren von Wildschweinen. Steil geht es bergab in das Spiegeltal, wo ich unten auf den oberen Spiegeltaler Teich stoße. Laut Karte muss ich südlich vom Teig bleiben, wo ich tatsächlich einen kleinen Pfad finde, der ein blaues Kreuz aufweist.

Pfad mit Flößgraben

Der Pfad folgt abenteuerlich einem künstlichen Bach, der laut Infoplakaten einst zum Flößen von Holz benutzt wurde. Zwischen den 2 Spiegeltaler Teichen gibt es sogar einen kleinen Wasserfall. Das Tal ist wunderschön und total still bis auf das Vogelzwitschern; es gefällt mir außerordentlich gut.

Oberer Spiegeltaler Teich

Flößgraben mit Wasserfall

Lehrreiches

Unterhalb des Unteren Spiegeltaler Teiches bin ich wieder auf die Karte angewiesen, um einem kleinen Waldbach zu folgen, der ganz romantisch durch die Bäume schlängelt.

Schöner Waldpfad

Ich erreiche eine offene Fläche an einer Wegekreuzung, wo ein Schild darauf aufmerksam macht, dass das Spiegelthaler Zechenhaus geschlossen ist. Kein Einkehr also. Wieder muss ich mich auf die kleine Karte verlassen, denn das blaue X ist nirgendwo zu sehen. Ich wähle den steigenden breiten Forstweg links hoch und erreiche oben erneut eine Wegespinne. Mein Weg ist mit einem weiß-roten Band abgeschlossen: Betreten Verboten! Verzweifelt entscheide ich mich, doch diesen breiten Waldweg in Richtung Ernst-August-Höhe zu gehen. Im Winter wird dieser gerade Weg als Loipe benutzt und es wurde gerade ein frischer Belag gelegt, weshalb die Strecke wohl eher für Radfahrer und Fahrzeuge gesperrt wurde. Im Tal unter mir ist es muchsmäuschenstill und ich bin auf der Hut, in der Erwartung, um jede Ecke auf Arbeiter zu stoßen, die mich zurechtweisen. Es ist aber, wie schon auf der ganzen Strecke, kein Mensch zu sehen und so fange ich an, mich nach einer südlichen Schleife auf eine Abzweigung nach links zu konzentrieren. Ich finde aber kein grünes Dreieck. Der Gedanke drängt sich auf, dass die Beschilderungsmethode sich geändert hat und deshalb der Rother Wanderführer nicht mehr zuverlässig ist. An einer Wegekreuzung gekommen, reicht es mir. Ich lasse die Ernst-Augusthöhe links liegen und gehe den direkten Waldweg nach Wildemann. Dieser führt steil bergab ins Tal und endet an einer Straße zwischen Dorf und Schwimmbad. Ich folge der Teerstraße nach links ins langgezogene Dorf und überquere die Innerste. Gegenüber von der Touristinfo ist ein kleines Café mit Tischen und Stühlen auf dem Bürgersteig: es ist 11 Uhr und der nette Wirt (Russe?) bringt mir gern ein kühlendes Bierchen. Inzwischen studiere ich den Weg für die zweite Schleife.

Wildemann und die Innerste

Ich folge der Seesener Straße an typisch Harzer Holzhäusern vorbei bis zum Waldrand, wo ein schmaler werdender Pfad steiler den Hang hochzieht. Offene Flächen mit Weitblick auf das Tal der Innersten verraten Skihänge. Kein blaues X mehr zu sehen, also dem Hinweisschild zum ‘Keller‘ nach, in der Hoffnung, auf dem richtigen Weg zu sein. An der Schutzhütte ‘Keller’ mache ich eine kleine Pause, um dann eine Forstautobahn gegen eine andere zu wechseln, diesmal in Richtung ‘Spinne‘. An dieser Wegekreuzung folge ich dem Schild zum Albertturm. Kurz vorher tauchen von überall her andere Wanderer auf. Plötzlich ein mir bekannter Duft: Bärlauch! Je näher zur bewirtschafteten Hütte, desto mehr blühender Bärlauch im Wald. Der 32 m hohe Aussichtsturm fällt erst kurz vor der Gaststätte auf. Ich suche die Kühle im Inneren der gemütlichen Waldhütte und bekomme dadurch meine Bestellung (hausgemachte Bärlauchsuppe) schneller als die Gäste, die einen Platz auf der Terrasse gesucht haben.

Albertturm

Blick vom Turm

Anschließend erklimme ich als einziger für 0,40 € den Aussichtsturm. Obwohl der mit den höher werdenden Baumwipfeln mitgewachsen ist, ist vom Hübichenstein und Bad Grund wenig zu sehen. Zu hoch sind die Buchen geworden. Wohl zu sehen sind die Clausthaler Hochfläche und das Brockenmassiv. Wieder unten wähle ich den steil absteigenden Pfad zur Iberger Tropfsteinhöhle. Überall Bärlauch. Amsonsten folge ich meiner Intuition. Angeblich geht der Rother davon aus, dass man die Tropfsteinhöhle besucht, weil es heißt: “aus der Schauhöhle tretend führt ein Waldweg links…”

Ich bin allerdings schon viel zu tief, fast an dem Parkplatz gelandet. Eine Höhlenführerin klärt mich auf und verschwindet hinter einer Metalltür im Berg. Ein schweißtreibender Anstieg zur Wegespinne Schweinebraten fordert nun alle Kräfte. Nach Luft japsend versuche ich den richtigen Weg ins Bärenhöhlental zu finden. Auf breitem Forstweg geht es immer abwärts mit mehreren Möglichkeiten, Wildemann zu erreichen. Der “Mundartweg” scheint mir sympathisch: es ist ein abenteuerlicher Waldpfad mit unterhaltsamen Plakaten im örtlichen Dialekt. Allerdings mündet der Pfad nicht an der Kirche, sondern an der Hauptstraße nahe dem Eingang zum Besucherbergwerk. Ich folge der Straße durch das langgezogene Wildemann an den vielen leerstehenden Holzhäusern vorbei. Ein einziges Hotel scheint sich einiger Gäste zu erfreuen. An dem oben genannten Café lasse ich mir erneut auf demselben Stuhl vom Wirt ein kühlendes Bierchen bringen. Derweil studiere ich die abschließende Strecke.

Wildemann

Schon nach wenigen Schritten durch die ruhigen Straßen von Wildemann wird mir klar: die westliche Schleife (Wanderung 35 also) kann man getrost ausfallen lassen. Auf den Forstautobahnen ist der einzige Erlebnispunkt der Albertturm mit Gaststätte und Bärlauchblüten. Nein, dann ist es hier, bei der alpinen Almbesteigung der Georgenhöhe viel viel schöner. Rückblickend sieht man erst, wie eng das schmucke Dorf von den steilen Hängen eingezwängt wird. Leider ist die Aussichtsbank besetzt von einem Paar mit gut gefülltem Picknickkorb (vernünftige Leute) – wunderschön ist die Aussucht auf Dorf und Kirche. Einmal über dem Grumbachtal geht der Willy-Müllerweg mehr oder weniger waagerecht durch den Wald. Außer einem Mountainbiker treffe ich niemanden.

Über dem Grumbachtal

Meine Schulter tut inzwischen so weh, dass ich mich auf einer Bank hinsetzen muss. Mit dem letzten Schluck Wasser trinke ich eine Schmerztablette aus meinem Plastikbecher. Auch die Hitze fällt mir nun schwer.

Grumbacher Teich

Der untere Grumbacher Teich ist wunderschön und päppelt mich wieder auf, doch der anschließende lang ansteigende Forstweg durch das Große Drecktal wird zur Qual unter der brennenden Sonne. Ich bleibe mindestens zweimal stehen, um den erhöhten Puls zu senken und versuche, bewusst ein- und auszuatmen. Das letzte Stück am Kuttelbacher Teig vorbei und durch den Wald bis oberhalb des Kurparkes von Hahnenklee ist nochmal ein wunderschöner Abschluss. Von hier sind es noch einige Schritte zur Ferienwohnung. Dank des gemächlichen Wandertempos sind meine Beine nicht wirklich müde, nur die Energie ist mir flöten gegangen, wohl auch durch die körperlichen Umstände.

Der Brocken vom Albertturm

Besonders Wanderung 36 ist empfehlenswert. Ich habe gelernt, dass ich die Wanderungen aus dem Rother Wanderführer auf der Wanderkarte und/oder auf dem PC (Basecamp) vorbereiten muss, denn die Bescheibung mit Hinweis auf blaue Kreuze, grüne Dreiecke und rote Kreise reicht bei langem nicht aus. Außerdem sind trotz Abkürzung 29 km zusammengekommen statt zuammengerechnete 25, eine Stunde länger immerhin. Auch im Westharz (Oberharz) lässt es sich also wunderbar wandern und Wildemann ist eine absolute Harzperle 🙂 Lesen Sie hier die Legende vom Wilden Mann.

Foto-Album                                Mein Track

Advertenties

4 Reacties op “Rundtour: Hahnenklee – Wildemann – Iberg

  1. GENIETEN!!! prachtige plaatjes en verslag..

  2. Je ne comprends malheureusement pas l’allemand … les photos sont très belles !

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